Montag, 30.09.2019

Block 1 – 13:30–15:30 Uhr

W 01 |
Psychisch kranke Eltern in den Erziehungshilfen – ein sozialpädagogischer Blick

Die Erziehungshilfen laufen Gefahr, zu Erfüllungsgehilfen medizinischer Krankheitskonzepte und Behandlungsmethoden zu werden. In dem Workshop sollen sozialpädagogische Perspektiven und Handlungsstrategien im Umgang mit Menschen mit psychiatrischen Diagnosen diskutiert werden, die Betroffenenbeteiligung und Ressourcenorientierung in den Vordergrund stellen. Dabei soll es immer um die Frage gehen, wie ein Arbeitsbündnis zum Wohle der Kinder geschlossen werden kann.

Stephan Cinkl, Strausberg

W 02 |
Action is mus(s)

Im Workshop »Action-is-mus(s)« wird ein Mitmach-Parcours vorgestellt, der das Thema Gewalt in unterschiedlicher Form aufgreift. Dazu sollen die Teilnehmer_innen den Parcour auch selbst in Gruppen durchlaufen, so dass diese praktische Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit der Thematik, ähnlich wie sonst die Kinder und Jugendlichen, sammeln können. Nach dem Durchlauf der Stationen freuen wir uns auf einen anregenden Austausch, kritische Fragen und neue Impulse für die Arbeit.

Sandra Zimmermann, Paulina Barczynska, Nicole Buse, Antje Eckbrett, Sabine Lück, Iris Neumann, Mirko Krämer, Maik Schulze, EJF gAG, Kinder- und Jugendhilfeverbund Uckermark/Barnim, Schwedt

W 03 |
Beteiligungsorientierte Sexualpädagogik in Wohngruppen für Jugendliche

In diesem Workshop werden zwei wichtige Themen der Erziehungshilfen zusammengebracht und -gedacht, die selten zusammen betrachtet werden: Sexualität und Beteiligung. Der Umgang mit Themen wie z.B. Nähe und Distanz, Gespräche zu Sexualität, Regeln zum Umgang mit Intimität wird aus unterschiedlichen Gründen selten beteiligungsorientiert angegangen.
In diesem Workshop soll ein Konzept für eine beteiligungsorientierte Sexualerziehung vorgestellt und mit den Teilnehmer_innen gemeinsam diskutiert werden. Dabei soll es um die Fragen gehen, wie sich Beteiligung in Bezug auf Sexualität umsetzen lässt, wo es Grenzen geben könnte und welche Bedingungen notwendig sind. Ziel ist es, Ideen für die Umsetzung von Beteiligung zu generieren und in einen produktiven Austausch zu kommen.

Prof. Dr. Dominik Mantey, IUBH Internationale Hochschule, Bad Reichenhall

W 04 |
Wie gelingt gute Kooperation zwischen den Erziehungshilfen und der Schule?

Die Aufnahme eines jungen Menschen in eine Einrichtung, seine Anmeldung in einer Schule, der gemeinsame Umgang von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften, der Träger mit Krisen, die Integration in die Schule, Fragen des beide Seiten betreffenden Datenschutzes und die konkrete Gestaltung der Zusammenarbeit – all das sind Standardsituationen in der Zusammenarbeit von (teil)stationären Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung und Schulen. Dennoch sind sie in der gemeinsamen Bewältigung oft konflikthaft.
In dem Workshop werden von Praktiker_innen entwickelte Verfahren und Instrumente vorgestellt, die Antworten auf solche Standardsituationen geben können. Diskutiert werden sollen nicht nur die Bedingungen, sondern auch die notwendigen Ressourcen für eine gelingende Zusammenarbeit (teil)stationärer Einrichtung und Schulen.

Margret Schettler, Landeskooperationsstelle Schule-Jugendhilfe (LSJ), Potsdam, Mitwirkende: Dr. Mark Einig, Leiter des GFB Kinder- und Jugenddorfes Rankenheim, Groß Köris • Marten Herdrich, Bereichsleiter im GFB Kinder- und Jugenddorf Rankenheim, Groß Köris, Grund- und Oberschule Schenkenland, Groß Köris - angefragt

W 05 |
Gut beraten und beteiligt? Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe

Auch wenn Mitwirkungs- und Beteiligungsrechte im SGB VIII weitestgehend verankert sind, werden Hilfeleistungen nicht immer bedarfsgerecht bewilligt und/oder ausgestaltet. Adressat_innen der Kinder- und Jugendhilfe berichten immer wieder, dass für sie, über sie, ohne sie oder nur mit sehr geringer Beteiligung entschieden wird.
Ombudschaft als unabhängige Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeit in der Kinder- und Jugendhilfe eröffnet neue Perspektiven zur Interaktion zwischen Fachkräften und Adressat_innen, berät und unterstützt bei Konflikten, informiert über Verfahrensrechte und verhilft Betroffenen zu ihrem Recht.
Wie aber gestalten sich ombudschaftliche Verfahren konkret? Welche Chancen bergen sie? Was kann Ombudschaft leisten und an welche Grenzen stößt sie?
In dem interaktiven Workshop sollen diese Fragen näher beleuchtet und auch mit Vertreter_innen des Kinder- und Jugendhilfe Landesrates Brandenburg diskutiert werden.

Anja Eichhorn, Bundeskoordinierungsstelle Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe, Berlin • Hella Tripp, BOJE e.V. Beratungs- und Ombudsstelle Kinder- und Jugendhilfe Brandenburg

W 06 |
Überzeugende Konzepte in den Erzieherischen Hilfen entwickeln

Ein gutes Konzept ist ein entscheidender Gelingensfaktor der Erzieherischen Hilfe. Erfahrungsgemäß stellen Konzeptentwicklungsprozesse viele Träger jedoch vor große Herausforderungen.
Rund um die konzeptionellen und rechtlichen Vorgaben der betriebserlaubniserteilenden Behörde möchte dieser Workshops Tipps und Methoden für die Entwicklung überzeugender Konzepte vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Ziel- und Wirkungsbeschreibung. Vorgestellt wird die Methode der partizipativen Qualitätsentwicklung, die in Konzeptentwicklungsprozessen ein Schlüssel zum Erfolg sein kann.

Annett Bauer, Referentin für Kinder und Jugendhilfe, Kindertagesbetreuung beim Paritätischen Landesverband Brandenburg e.V., Potsdam

W 07 |
Hilfeplangespräche aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen

Hilfeplanprozesse in der Kinder- und Jugendhilfe laufen nicht immer unter ausreichender Beteiligung der Kinder und Jugendlichen ab. Der im Oktober 2018 gegründete Kinder- und Jugendhilfe Landesrat (KJLR) hat einen Entwurf zu Empfehlungen für Hilfeplangespräche für Jugendämter erstellt. Dabei hat der KJLR die Erfahrungen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt.
In diesem Workshop haben die Teilnehmer_innen die Möglichkeit, die Arbeit des KJLR näher kennenzulernen und gemeinsam mit den jungen Menschen in den Dialog zu den Empfehlungen zu gehen.

Vertreter_innen des Kinder-und Jugendhilfe Landesrats • Tanja Redlich, Fachstelle Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg, Potsdam

W 08 |
Mehr als ein Wunder – Grundlagen lösungsfokussierter Gesprächsführung

In der lösungsfokussierten Arbeit wird davon ausgegangen, dass Lösungen gefunden werden können, ohne dass vorher das Problem ausführlich analysiert werden muss. Gerade für das Handlungsfeld der Hilfen zur Erziehung sind lösungsfokussierte Zugänge sehr passend, da sie handlungsleitende Perspektiven in oftmals hochkomplexen Problem- und Auftragsgeflechten bieten.
In diesem Workshop sollen die Grundannahmen des lösungsfokussierten Ansatzes und dessen grundlegende Methodik in übungen und anhand von Beispielen aus der Praxis der Teilnehmer_innen erschlossen werden.

Michael Pifke, Fachhochschule Potsdam

W 09 |
Personalmanagement im Kinderschutz und im Bereich der Hilfen zur Erziehung

Die Arbeitsbelastung in der Doppelfunktion zwischen Jugendhilfeleistung und Kinderschutz ist eine Herausforderung des Personalmanagements: d.h. auf die Leitung kommt es an! Die aktuellen und künftigen Anforderungen für die Sozialarbeiter_innen im ASD lassen ein gut konzipiertes, kontinuierliches und in der Organisation verankertes Personalmanagement immer notwendiger erscheinen. Es werden Thesen und Empfehlungen für ein gelingendes Personalmanagement benannt und Lösungsansätze mit ihren Möglichkeiten und Grenzen besprochen.

Bianka Krüger, Kerstin Ilte, Jugendamt Landkreis Oder-Spree, Kern-ASD Team Süd

W 10 |
Professionelles Selbstverständnis und Haltung?

»Warum mache ich das eigentlich?« Diese Frage stellen sich angehende Erzieher_innen im Laufe ihrer Ausbildung hoffentlich mehrmals. »Wie mache ich es? Welche innere Haltung habe ich zu den Kindern, Eltern, Kolleg_innen? Ist diese Haltung sichtbar?« Dies sind Fragen, über die es sich lohnt, auch im weiteren pädagogischen Alltag nachzudenken. Der Workshop soll den Raum geben, darüber erneut nachzudenken und in den Austausch zu gehen, die eigene Motivation neu zu bekräftigen, zu überdenken und zu benennen. Aus dieser Reflexion der eigenen Haltung sollen gemeinsam verschiedene Theorien zum professionellen Selbstverständnis der Sozialpädagogik und Sozialarbeit betrachtet und reflektiert werden.

Knut Balzer, Heilpädagogischer Hort »Kneipp Hort«, Fürstenwalde

W 11 |
Zwischen Tradition und Moderne – Die Führungskraft zwischen Talentmanagement und Personalarbeit
High Potentials berufsintegriert in den Hilfen zur Erziehung entwickeln

Die Personalentwicklung als eine zentrale Aufgabe von Führungskräften, hinsichtlich fachlicher, methodischer, sozialer und persönlicher Begleitung, sollte sich heute wesentlich kompetenzorientierter zeigen und Mitarbeiter_innen befähigen, in unbekannten Situationen selbstorganisiert und zielorientiert zu agieren. Wie schaffen es Führungskräfte, das handlungsbezogene Wissen und die Fähigkeiten der Mitarbeiter_innen in den Mittelpunkt zur rücken, um in stetigen Veränderungsprozessen handeln zu können? Führungskräfte von heute müssen die Kluft zwischen der Forderung nach einer breiten aber fundierten Fähigkeitsvermittlung (z.B. berufsbegleitendes Hochschulstudium) und der konkreten übertragbarkeit von Lerninhalten in den Arbeitsalltag bewältigen.
Genau diese Perspektive will der Workshop in den Mittelpunkt stellen.

  • Wie gelingt es uns, Rahmenbedingungen für Personalentwicklung zu schaffen, die kompetenzorientiert und partizipativ sind?
  • Wie begleiten wir Mitarbeiter_innen in einer sich schneller verändernden organisationalen Welt?
  • Wie verorte ich mich als Führungskraft und welche Haltung kann mich dabei in meiner eigenen Entwicklung unterstützen?

Diese und andere Fragen sollen im Mittelpunkt dieses Workshops stehen und eine Möglichkeit für Führungskräfte bieten, reflektierend in die Personalentwicklung einzusteigen.

Olivia Jonas, Fortbildungsreferentin im Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB), Berlin

W 12 |
Wie lotsen wir Ratsuchende durch den Dschungel der Hilfen?

»Soziales verliert durch Konkurrenzstreben an Qualität« - Wie kann kooperative Jugendhilfe heute aussehen?
Wie gelingt es, die für die Familie zugeschnittene Hilfe zu initiieren, ohne dabei die Konkurrenz der Träger herauszufordern? Klassische Jugendhilfeangebote sind heute schon mit modernen, neuen Methoden wie z.B. »AFT«, »Video Home Training«, »Spielen zu Hause« ergänzt und bereichert worden.
Wie gelingt die Sicht über Grenzen der Jugendhilfelandschaft in medizinische, schulische, rechtliche und andere Bereiche?
Wie kann ein Helfersystem gut zusammenarbeiten?
Wer kann der Koordinator sein?
Aus dem Blickwinkel der Praxis der Erziehungs- und Familienberatung soll geschaut werden, wo Hilfen Reserven haben, wie Hilfesysteme derzeit arbeiten und wo es Stolpersteine gibt (vor allem an Bereichsgrenzen). Kritische Stellen sollen diskutiert werden und durch Anregung zu effektiver Koordination führen.
Anhand eines konstruierten Beispiels werden sich die Teilnehmer aktiv einbringen können.

Dipl.-Psych Dr. Katharina Schiersch, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin, Kindheit e.V., Wildau • Dipl.-Psych. Karin Weiß, psychologische Psychotherapeutin, Vorstandsmitglieder der LAG Familien- und Erziehungsberatung Brandenburg e.V.

W 13 |
Gute Praxis braucht gute Ausbildung
Teil I eines zweiteiligen Workshop-Angebots

»Die Erzieherausbildung ist einfach nicht mehr die, die sie einmal war! Vom HzE-Bereich haben die jungen Fachkräfte doch keine Ahnung!« (Aussage einer Erzieherin).
In diesem Workshop erarbeiten wir Erwartungen und Anforderungen an die Erzieherausbildung im Feld der stationären Hilfen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten die Ausbildung des Erziehers aktiv gestalten. Die Workshop-Gruppe ist das Expertengremium. Wir entwickeln gemeinsam wichtige Standards.

Susanne Strenge, Sonnenschein e.V., Storkow

W 14 |
Wie stellen sich Kinder (in Not) Helfen und Schützen vor?
Kinderschutz mit und für Kinder

Im Workshop werden Kinder aus Einrichtungen selbst zu Wort kommen und im gemeinsamen Gespräch überlegen, was sie an Hilfe oder Schutz erwarten, wenn es für sie im Alltag zu Hause, in der Schule oder in der Freizeit schwierig wird. Dabei sollen die Kinder ermuntert werden, sich zu ihren Vorstellungen, aber auch Erfahrungen auszutauschen. Sie sollen angeregt werden, zu überlegen, wie sie sich persönlich Helfen und Schützen vorstellen und vor allem was Menschen auszeichnen sollte, die sie mit der Bitte um Hilfe oder Schutz ansprechen können. Unter sachkundiger Anleitung soll im Ergebnis des Workshops ein in der Öffentlichkeitsarbeit einsetzbares »Produkt« entstehen.

Jenny Troalic, Johannes Reime, Hans Leitner, Fachstelle Kinderschutz Brandenburg, Henningsdorf

W 15 |
Inobhutnahme – Eine Heldenreise

Die Inobhutnahme ist eine verpflichtende Interventionsmaßnahme des Staates, in einer akuten Situation innerhalb der Familie, aber auch eine Chance für Kinder und Jugendliche sich selbst zu schützen.
Wenn Eltern ihre Kinder misshandeln oder vernachlässigen, wenn es Beziehungsprobleme gibt oder die Eltern wegen Krankheit mit der Erziehung überfordert sind, dann treten in Deutschland Jugendämter und entsprechende Inobhutnahme Einrichtungen auf den Plan. Immer mehr Kinder und Jugendliche landen in der Obhut von Jugendämtern. Dies stellt für alle Akteure eine besondere Herausforderung dar.
Gemeinsam begeben wir uns auf eine Reise und durchlaufen den Weg von der Aufnahme bis zur Entlassung innerhalb der Inobhutnahme. Dabei wollen wir neben den fachlichen Akteuren auch die Perspektive der Hilfeempfänger (ggf. weiteren Beteiligter) einnehmen.
Den in der Gruppe arbeitenden Teilnehmern wird über die Methode »Heldenreise« die Möglichkeit gegeben, ihre Ziele, positiven Erfahrungen, sowie einschränkende, negative Faktoren innerhalb des Prozesses der »Inobhutnahme« zu erkennen und zu benennen.
Ziel ist es, bei den Akteuren Transparenz zu schaffen, Grenzen aufzuzeigen, Impulse für Veränderungen zu geben und von »Best Practice«-Erfahrungen zu profitieren.

Roberto Ludewig, EJF gAG Kinder- und Jugendhilfeverbund Oder-Spree • Heiko Bennewitz, Jugendamt Landkreis Oder-Spree, Kern-ASD Team Nord


Montag, 30.09.2019

Block 2 – 16:00–18:00 Uhr

W 16 |
Wie mit den »Schwierigsten« umgehen?

Immer wieder bringen junge Menschen Jugendämter und Helfer an ihre Grenzen, dann wird regelmäßig der Ruf nach geschlossener Unterbringung laut. Welche Wege und Methoden gibt es, um solche Eskalationen zu vermeiden? Im Workshop wird ein Modell sozialpädagogischer Diagnostik mit Hilfe eines Praxisbeispiels vorgestellt, mit dem ein verstehender Zugang als Voraussetzung erfolgversprechender Handlungsansätze ermöglicht werden soll.

Stephan Cinkl, Strausberg

W 17 |
Integrierte Angebote von Schule und Jugendhilfe für Schulkinder mit hohem emotional-sozialen Unterstützungsbedarf

Im Rahmen einer temporären Lerngruppe werden Kinder im Grundschulalter mit schul- und sozialpädagogischen Ansätzen in besonderer Weise gefördert. Begleitend dazu wird die Zusammenarbeit mit ihren Eltern intensiviert. Verankert am Ort Schule ist eine enge Abstimmung mit den Lehrkräften des Klassenverbandes möglich.
Dieser Ansatz wird derzeit vom MBJS auf Landesebene unter Beteiligung von Vertreter_innen beider Systeme entwickelt. An einigen Standorten gibt es bereits Praxiserfahrungen. Im Workshop wird der Ansatz vor- und zur Diskussion gestellt.

Katrin Kantak, Landeskooperationsstelle Schule-Jugendhilfe • Mitstreiter der Grundschule am Humboldtring Potsdam und des Praxisprojektes von Independent Living • Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen Potsdam gGmbH

W 18 |
Systemisches Aggressions-Management – SAM

Das Systemische Aggressions-Management – SAM – bündelt unterschiedlichste, bereits bewährte Methoden für den Umgang mit Aggression und Gewalt. SAM bietet ein Handlungsrepertoire für den professionellen Umgang in herausfordernden Situationen. Es wurde zur Aggressions- und Gewaltprävention, für die Intervention und in der Aufarbeitung von Gewalterfahrungen entwickelt.
Mit SAM werden eine ressourcenorientierte Kommunikations- und Arbeitshaltung sowie Methoden vermittelt und gelebt. Es minimiert Stressfaktoren, gewährleistet Arbeitssicherheit, beugt Burnout vor und verbessert kommunikative Prozesse.
Grundlage des SAM ist die AggressionsAcht. Die AggressionsAcht wird als Orientierung für die Aggressions- und Gewaltprävention, für die Intervention und in der Aufarbeitung von Gewalterfahrungen genutzt.
Im Rahmen des Workshops (120 min) wird den Teilnehmern die Idee und Haltung des SAM vorgestellt, in dessen Anschluss der Einsatz in der Erziehungshilfe erprobt wird.

Peggy Peiker, Diplom Psychologin, Potsdam

W 19 |
IGfH vor Ort
Der Fachverband diskutiert

Die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) ist der bundesweit mitgliederstärkste Fachverband der erzieherischen Hilfen.
Die Regionalgruppe Brandenburg trifft sich regelmäßig und berät sich mit öffentlichen und freien Trägern zu den Entwicklungen und Perspektiven der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei stehen Themen im Mittelpunkt wie:

  • Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, die außerhalb der Herkunftsfamilie aufwachsen
  • Integrierte und vernetzte Hilfeformen in Kooperation mit Schule und Psychiatrie
  • Fachkräfte in den erzieherischen Hilfen
  • Jugendhilfe und Politik

Wir möchten Sie und Euch einladen, vor Ort an einer Sitzung der IGfH Brandenburg teilzunehmen und mit uns zu diskutieren, was uns gemeinsam in der professionellen Arbeit in der Erziehungshilfe berührt, interessiert und engagiert.

Bodo Ströber, Sprecher der IGfH-Regionalgruppe Brandenburg, Hoffbauerstiftung, Potsdam

W 20 |
Das »MindSet Achtsames Organisieren«
Ein Methodenkoffer zur Team- und Organisationsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe

Das »MindSet Achtsames Organisieren« ist ein für die Soziale Arbeit entwickelter Methodenkoffer, um Achtsames Organisieren in der Teamarbeit zu fördern und zu unterstützen. In der Arbeit mit dem MindSet etablieren Teams in einem strukturierten Dialog eine gemeinsame Haltung und entwickeln gemeinsame Vorstellungen und Handlungsweisen, wie Praktiken des Achtsamen Organisierens in der eigenen Arbeitspraxis umgesetzt werden. Ziel des Achtsamen Organisierens ist es, durch gute Zusammenarbeit einen zuverlässigen Umgang mit Unsicherheit, Risiken und kritischen Ereignissen zu fördern. In dem Workshop sollen die Grundlagen dieses Ansatzes vorgestellt und reflektiert werden.

Fabian Brückner und Nadine Messerschmidt, 8b Beratungsagentur GmbH, Potsdam

W 21 |
Das Geheimnis unserer Widerstandskräfte – Stärkung berufsrelevanter und persönlicher Kompetenzen
Teil I eines zweiteiligen Workshopangebots

Wie können wir mit den Herausforderungen einer Tätigkeit in den Hilfen zur Erziehung oder im Jugendamt umgehen, gesund bleiben und optimistisch in die Zukunft blicken? Insbesondere in diesen Arbeitsfeldern sind genau diese Kraft, die innere Ruhe, Lösungs- und Stärkenorientierung sowie Optimismus tagtäglich gefragt.
Der Schlüssel dazu liegt in unserer psychischen Widerstandskraft, die unter den Stichworten Salutogenese und Resilienz zusammengefasst wird.
Resilienz kann als 'Immunsystem unserer Seele' verstanden werden und muss hin und wieder gestärkt werden. In dem Workshop soll den Fragen nachgegangen werden, was macht uns persönlich aus und was macht uns stark? Was hilft uns, auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf und Blick für das Wesentliche zu bewahren? Was trägt zu Glück, Lebenszufriedenheit und Erfüllung bei? Wie kann ich meine persönlichen Stärken und Ressourcen mobilisieren? Und wie helfen sie mir bei der Bewältigung der Anforderungen und dabei, gesund zu bleiben? Wie tragen Resilienzentwicklung und Stärkentraining zur Burnoutprävention bei?
Diese Fragen sollen gemeinsam mit den Teilnehmenden bearbeitet werden. Dabei wechseln sich theoretische und praktisch orientierte Reflexionseinheiten und übungen ab.

Anke Blaschka, Fortbildungsreferentin im Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB), Berlin

W 22 |
Bikulturalität in Pflege- und Adoptivfamilien – eine Herausforderung für Fachkräfte

In Deutschland steigt die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund in Adoptiv- und Pflegefamilien und damit die Zahl bikultureller Pflege- und Adoptivfamilien kontinuierlich an. Neben der Sensibilität für Bindungsprozesse brauchen Pflege- und Adoptiveltern mit einem Pflege- und Adoptivkind anderer kultureller Herkunft Unterstützung dabei, die Bedeutung der anderen Kultur für die Identitätsentwicklung des Kindes zu entschlüsseln.
Auf der Grundlage der Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Entwicklung von Familienbeziehungen in Adoptivfamilien, die ein Kind im Ausland adoptiert haben, werden Herausforderungen und Strategien im Umgang mit der anderen Kultur in bikulturellen Pflege- und Adoptivfamilien diskutiert.

Prof.in Dr. Stefanie Sauer, BTU Cottbus-Senftenberg

W 23 |
Wenn Kids entscheiden!
Partizipation von der Basis aus

Was passiert tatsächlich, wenn junge Menschen »die Macht« übernehmen? Was passiert, wenn sie in Einrichtungen der Erziehungshilfe Entscheidungen treffen, Gestaltungsprozesse initiieren und anleiten, Budget planen und verwalten?
Was macht dies mit den Erwachsenen, die in diesem Kontext die jungen Menschen und Prozesse begleiten? Und was heißt das für diese Erwachsenen? Wie erlangt eine Einrichtung tatsächliche Partizipation und wie ist diese zu erkennen? Ausgehend von diesen Fragen werden gemeinsam Handlungsempfehlungen für Partizipation – Prozesse und Ideen – als Arbeitsgrundlagen in Einrichtungen erarbeitet.

Sascha Grammelsdorff, Ines Ullrich, DENK- MAL-WERTE e.V., Berlin

W 24 |
»Wenn etwas funktioniert, mach mehr davon!« (Steve de Shazer)
Tagesgruppen als gelingendes Hilfeangebot

Teil I eines zweiteiligen Workshopangebots. Fachkräfte in Tagesgruppen sollen, gemeinsam mit dem Kind, den Eltern und der Familie adressat_innenorientiert, individualisiert, lebenslagen-, lebenswelt- und sozialraumorientiert jeden Tag die Hilfe neu ausgestalten.
Durch die Erhöhung der Kompetenzen der Fachkräfte und eine positive Grundhaltung gegenüber dem System Familie sind im Land Brandenburg Tagesgruppen als Lernorte für Kinder, Eltern und Familie entstanden, die das Angebot der Gruppe flexibel zu nutzen wissen.
In diesem Workshop sollen der Entwicklungsprozess der letzten 27 Jahre umrissen werden, Gelingensfaktoren, Stolpersteine und Notwendigkeiten der Weiterentwicklung – und da geht noch was! – im Fokus stehen.

Vertreter_innen der Regionalgruppen der Tagesgruppen des Landes Brandenburg • Anke Noack, Diakonisches Werk Oderland - Spree e.V., • Sylvia Kopp, MBJS • Katrin Schlosshauer, Landkreis Spree-Neiße, Jugendamt

W 25 |
Gute Ausbildung braucht gute Praxis
Teil II eines zweiteiligen Workshopangebots

»Kompetenz ist wichtiger als Wissen, aber ich durfte ja nichts tun außer putzen. Ich kann nichts reflektieren, wenn in der Einrichtung nichts passiert.« (Aussage eines Fachschülers)
Die theoretischen Konstrukte der schulischen Ausbildung reichen bei weitem nicht, um die alltäglichen pädagogischen Prozesse in der Praxis zu bewältigen. Spielentscheidend sind die Praxiserfahrungen in der Ausbildung, denn gerade der erste Eindruck und die erlebten pädagogischen Vorbilder prägen den Berufsethos. Kann heute jede Fachkraft Fachschüler_innen anleiten? Wozu ist Praxisanleitung eigentlich wichtig? Was erleben Fachschüler_innen in unserer Praxis? Diese und weitere Fragen sollen im Rahmen des Workshops diskutiert und reflektiert werden.

Susanne Strenge, Sonnenschein e.V., Storkow

W 26 |
Zicken, süße Mädels und echt heftige Fälle
Reflektionseinladungen hinsichtlich Mädchen_bildern in der Jugendhilfe (und anderen Bereichen Sozialer Arbeit)

Die eigene (Berufs-)Biografie, Erfahrungen, öffentliche und fachliche Diskurse, Werte und Anforderungen der Organisation, der wir uns verpflichtet fühlen – all diese Faktoren prägen zwangsläufig, wie wir Pädagog_innen auf Adressat_innen blicken. Eine Vielzahl erziehungswissenschaftlicher Studien beleuchtet vor diesem Hintergrund die Dynamik von Klientelisierungen bzw. geht der Frage nach, wie der Fall zum Fall wird und welchen Stellenwert Adressat_innenbilder in diesem Zusammenhang einnehmen. Der Fokus des Workshops liegt auf der Arbeit mit Mädchen_bildern und lädt ein, sich die eigenen und ggf. in der Organisationskultur der Einrichtung verankerten Mädchen_bilder bewusst(er) zu machen und hinsichtlich des pädagogischen Handelns zu reflektieren. Es werden einige zentrale Studienergebnisse aus den Handlungsfeldern der HzE und der offenen Kinder- und Jugendarbeit vorgestellt und diskutiert und darauf aufbauend gemeinsam Ableitungen für eine gelingende gendersensible Praxis erarbeitet.

Sarah Sobeczko, Frauen helfen Frauen e.V., Kinder- und Jugendbereich

W 27 |
Qualität kann man nicht allein!
Qualitätsdialoge als Instrument der gemeinsamen Qualitätsentwicklung von öffentlichen und freien Trägern der Hilfen zur Erziehung im Land Brandenburg

Im Sinne der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien sind die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe von freien und öffentlichen Trägern grundsätzlich partnerschaftlich und dialogisch zu erfüllen. Eine besondere Herausforderung besteht in der gemeinsamen Entwicklung von Qualität. Qualitätsdialoge können hierbei wertvolle Instrumente der Zusammenarbeit von öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe sein.
Vor diesem Hintergrund hat der Landes-Kinder- und Jugendausschuss des Landes Brandenburg 2017 den Impuls zur Erarbeitung einer Handlungsempfehlung zur Implementierung und Durchführung von Qualitätsdialogen gegeben.
In diesem Workshop möchten wir die ersten Ergebnisse und Vorschläge der gemeinsamen Arbeitsgruppe freier und öffentlicher Träger zur Diskussion stellen. Im Mittelpunkt des Workshops steht die Frage, wie Qualitätsdialoge so gestaltet werden können, dass Angebote und Zusammenarbeitsstrukturen in der Verantwortungsgemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe partnerschaftlich weiterentwickelt werden können.

Annett Bauer, Referentin für Kinder und Jugendhilfe, Kindertagesbetreuung, Paritätischer Landesverband Brandenburg, Potsdam • Martin Isermeyer, Fachbereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe, EJF, Berlin

W 28 |
Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Kinderschutz

Der Workshop gilt als Einladung zu einer Diskussionsrunde, in dem zunächst diese Frage im Mittelpunkt steht: Wie und ab welchem Alter beziehe ich Kinder und Jugendliche bei der Abprüfung einer vermuteten Kindeswohlgefährdung und im Hilfeplanprozess nach einer festgestellten Kindeswohlgefährdung ein? Es soll zudem ein Erfahrungsaustausch zu folgenden weiteren Fragen stattfinden: Welche Methodiken sind bekannt und wie können diese im jeweiligen Altern eingesetzt werden? Welchen Wert und welche Gewichtung hat das Ergebnis der Partizipation in der Abprüfung und für die weitere Ausgestaltung der Hilfe im Kinderschutz?

Thomas Gall, Monique Retzer und Caroline Hahn, Landkreis Oder-Spree, Kern-ASD Team Süd

W 29 |
Junge Geflüchtete zwischen den Systemen

Es gibt nicht den geflüchteten Jugendlichen/jungen Erwachsenen. Jeder junge Geflüchtete bringt eine eigene Herkunftsgeschichte mit und hat damit individuelle Vorrausetzungen für seine weitere Lebensperspektive. Die jungen Menschen befinden sich nicht selten im Zwiespalt zwischen eigenen Vorstellungen und Wünschen sowie den realen Möglichkeiten. In die Erarbeitung einer tragfähigen Perspektive sind unterschiedliche Akteure involviert. Im Landkreis Oder-Spree sind daran folgende Ämter und Behörden beteiligt:
  • das Amt für Integration und Ausländerangelegenheiten (Bereich Ausländerbehörde, Bereich Belegungsmanagement, Bildungskoordination)
  • das Jobcenter
  • das Jugendamt
  • das Schulverwaltungsamt mit dem Türöffner Projekt
  • Agentur für Arbeit als Bundesbehörde.

Der Workshop bietet die Möglichkeit zum fachlichen Austausch, gibt Informationen über die Angebotsvielfalt im Landkreis Oder-Spree und zeigt Möglichkeiten und Grenzen auf.

Birgit Wende, Ronny Beyer, Jugendamt, Bereich UMA, Landkreis Oder-Spree • Andrea Lowinski, Jennifer Bock, Sven Groß, Maxie Wollschläger, Amt für Ausländerangelegenheiten und Integration • Uwe Schaffranke, Schulverwaltungsamt


Dienstag, 01.10.2019

Block 3 – 10:45–12:30 Uhr

W 30 |
Zwischen Genörgel, Gezeter und berechtigter Beschwerde!
Ein Beitrag zu kollektiv getragenen Verständnissen (un-)berechtigter Beschwerde von Jugendlichen aus der Perspektive von Mitarbeitenden in der Heimerziehung

Mitarbeitende in den stationären Jugendhilfen sind – nicht zuletzt aufgrund der rechtlichen Verankerung im SGB VIII – gefordert, den Adressat_innen Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten einzuräumen: Kummerkasten, Jugendparlament, Ombudspersonen, Beschwerdemanagement – die Zugänge zur Etablierung partizipativer Strukturen sind vielfältig. Gemein ist ihnen der (Selbst-)Anspruch, berechtigte Einsprüche und Perspektiven der Kinder und Jugendlichen anzuerkennen und ggf. in entsprechende Lösungen und änderungen zu übersetzen. Unklar bleibt hierbei allerdings zumeist, welche inhaltlichen und formellen Merkmale eine Beschwerde aufzuweisen hat, um als berechtigt gelabelt zu werden. Die Workshopteilnehmenden werden eingeladen, aktuelle Studien sowie Ergebnisse einer Pilotstudie aus Dortmund zu diskutieren und darauf aufbauend die eigenen Erfahrungen, Vorstellungen und Beschwerdeverständnisse sowie die jeweiligen Organisationskulturen »ihrer« Träger zu reflektieren. Eingeladen sind alle interessierten Fachkräfte.

Sarah Sobeczko, Frauen helfen Frauen e.V., Kinder- und Jugendbereich

W 31 |
Elternmisshandlung
Gewalt in der Familie, ausgeübt von Jugendlichen gegenüber Ihren Eltern

Berücksichtigt man, dass wissenschaftlich von einer Prävalenzrate von 10% für schwere Gewalt gegenüber Eltern ausgegangen wird, so wird deutlich, welche Berechtigung die inhaltliche Beschäftigung mit diesem Phänomen für den sozialen, den therapeutischen Bereich und für die Jugendhilfe weiterhin hat. Kindliche Gewalt gegenüber den eigenen Eltern hat in der Regel eine konfliktreiche, manchmal auch dramatische Vorgeschichte und kann bei allen Beteiligten körperliche, psychische und seelische Schädigungen hinterlassen.
Insofern stellen sich diese Fragen: Was versteht man unter Elternmisshandlung? Welches sind die Ursachen, welches die Grundlagen, dass Kinder und Jugendliche gegenüber Ihren Eltern zu gewalttätigen Handlungen neigen? Welche Formen der Unterstützung und Begleitung kann es geben, um dieses Verhaltensmuster nachhaltig zu verändern? Der Workshop widmet sich diesen Fragen und Diskussionen.

Dr. Samuel F. Sieber, Diakoniewerk Simeon, Berlin

W 32 |
Inklusion! Was heißt das?
Anregungen zur Umsetzung in den Hilfen zur Erziehung

Inklusion ist derzeit Thema diverser Fachdebatten – auch in der Kinder- und Jugendhilfe. Was jedoch unter Inklusion verstanden wird und welche Schlussfolgerungen sich demnach hinsichtlich der Veränderung von Strukturen, Angeboten und Methoden ergeben, kann durchaus verschieden sein. Bezieht sich Inklusion vorwiegend auf Menschen mit Behinderungen oder liegt ein grundsätzliches Heterogenitätsverständnis zu Grunde? Sollten separierende Strukturen aufgehoben werden oder erfordert eine bedarfsgerechte Gestaltung von Hilfen »Sonderangebote«? Diese und weitere Fragen sollen im Workshop thematisiert werden. Ziel ist es, die Teilnehmenden hinsichtlich ihres Inklusionsverständnisses zu sensibilisieren. Weiterhin sollen in Anlehnung an den Index für Inklusion (Ines Boban/ Andreas Hinz) konkrete Ideen zur Umsetzung eines inklusiven Anspruchs in den Hilfen zur Erziehung entwickelt werden.

Susan Bochert, Freie Universität Berlin

W 33 |
Qualitätsagentur Erziehungshilfen

Ziel der Qualitätsagentur Erziehungshilfen ist die Weiterentwicklung der Qualität pädagogischer Praxis in den Hilfen zur Erziehung im Interesse der betreuten Kinder, Jugendlichen und Familien. Grundlage sind bundesweite Erfahrungen aus dem Modellprojekt »Qualitätsagentur Heimerziehung«.
Durchgeführt werden Visitationen auf der Basis eines transparenten Qualitätsrahmens, Hospitationen mit klaren, gemeinsam vereinbarten Einrichtungsaufträgen sowie empfohlene bzw. auferlegte Visitationen bei Vorkommnissen (Initiator Jugendämter oder Aufsichtsbehörden der Länder).
Träger der Qualitätsagentur ist das Institut für Innovation und Beratung an der Evangelischen Hochschule Berlin e.V.
Im Workshop werden Vorgehen und bisher vorliegende Ergebnisse vorgestellt und zukünftige Perspektiven diskutiert.

Dr. Martin Hoffmann, Marianne Bartzok, Institut für Innovation und Beratung an der Evangelischen Hochschule Berlin (INIB)

W 34 |
»Get many or die trying«
Conferencing gegen ein isolierendes Fallverständnis

Anamnese, Diagnose, Intervention - sozialpädagogisches Handeln könnte so einfach sein. Und doch müssen wir wohl oder übel anerkennen, dass sich die Verhältnisse innerhalb der letzten zwanzig Jahre gedreht haben und unsere Adressat_innen - wie wir selbst auch - vollends in der Beck'schen Gesellschaft aus multiplen Lebenslagen und hochgradig individuellen Biographien angekommen sind. Das verwirrt. Und zwar nicht nur uns als Sozialarbeiter_innen, sondern gerade auch die Menschen, in deren Auftrag wir handeln. Umso kurioser hingegen, wie wir im Kontext eines lösungsorientierten Fallverstehens regelmäßig versuchen, Lebenswelten in ihrer Komplexität zu reduzieren, anstatt uns auf ihre Widersprüchlichkeit einzulassen und dorthin zu gehen, wo die echten Expert_innen sind: nämlich mitten hinein in die Netzwerke der Menschen. Und zwar erst recht im Kinderschutz!
Im Verlauf des Workshops stellen wir Alternativen zum gängigen Hilfeplanungsprozess in der Kinder- und Jugendhilfe vor, sprechen über unsere Arbeitserfahrungen, bei Bedarf über eine seit 2007 bundesweit laufende Studie und mit unseren Teilnehmer_innen vor allem ganz viel über Haltung.

Christian Hilbert, Kerstin Kubisch-Piesk, Netzwerkkonferenzen e.V. (Netko), Hamburg

W 35 |
Chancen und Risiken digitaler Medien in der Jugendhilfe

In dem Workshop wird es darum gehen, Themen aufzugreifen, die im Alltag von Kindern und in ihrer Lebenswelt vorkommen. Da digitale Medien zunehmend eine Rolle bei immer jüngeren Kindern spielen, und sie mit hoher Aufmerksamkeit das Handeln der Erwachsenen im Umgang mit Smartphones und Tablets beobachten, werden wir Pädagog_innen mit der digitalen Fachkompetenz ausstatten, um Kinder adäquat anleiten zu können.
In dem Workshop geht es darum gleichermaßen Chancen und Nutzen, sowie Gefahren und Missbrauch aufzuzeigen und einen Praxisbezug im täglichen Umgang herzustellen.

Christoph Bodenbach, Jugendhilfe- & Beratungsgesellschaft mbH (JHB), Eberswalde

W 36 |
Das geht MICH auch was an!
Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten im Bereich der stationären Hilfen (Zielgruppe: unbegleitete ausländische Kinder- und Jugendlichen)

Die Begleitung und Betreuung von unbegleiteten ausländischen Kindern und Jugendlichen stellt in der Jugendhilfe eine besondere Herausforderung dar. Partizipationsprozesse und die aktive Beteiligung der Jugendlichen zielen auch in diesem Arbeitsfeld auf die Förderung der Selbstwertgefühle und Ressourcen der Kinder und Jugendlichen ab und sind ein unverzichtbarer Grundstein für eine gelingende Identitätsentwicklung und Integration. Vor dem Hintergrund der kulturellen Unterschiedlichkeiten stehen Pädagog_innen wie auch die Kinder und Jugendlichen häufig in Konflikten gesellschaftlicher Normen und Werte. Als Menschen in besonderen Lebenssituationen und Flüchtlinge befinden sich die Kinder und Jugendlichen jedoch in Abhängigkeitsverhältnissen, die den Beteiligungsprozessen behindernd entgegenstehen können. Der Workshop soll die Möglichkeit geben Perspektiven der ausländischen Kinder und Jugendlichen wahrzunehmen, Fragen zu diskutieren und Ansätze für die zielführende Arbeit abzuleiten.

Lydia Velten, Detlef Schlingelhof, Diakonisches Werk Oderland-Spree e.V., ALREJU, Fürstenwalde

W 37 |
Hilfreiche Haltungen – für uns Berater_innen und unsere Klient_innen

Die persönliche Haltung zu den zu beratenden Menschen, den Themen, die sie bewegen und das Verständnisses von der Rolle als Fachkraft prägt wesentlich eine Beratungssituation. Ein bewusster Umgang damit, kann helfen, um einerseits sich selbst in einem ressourcenvollen Zustand zu bewahren und andererseits für die Klient_innen hilfreich in schwierigen Situationen wirken zu können.
In dem Workshop wollen wir gemeinsam erkunden, wie sich unsere Haltung auf uns und die Beratungssituation auswirkt, welche Rolle Resonanzphänomene spielen, wie wir angemessen mit unseren eigenen Erfahrungen umgehen und sie auch für unsere professionelle Rolle nutzen können. Denn letztlich stehen wir mit unserer ganzen Persönlichkeit in der professionellen Beziehung und sind gehalten, permanent zu den Menschen und Themen eine innere Haltung und äußere Positionierung zu finden, die für uns selbst und die Klient_innen unterstützend ist und Entwicklung ermöglicht.

Nicole Becker, Olaf Schulz, EJF Beratungsstelle Lösungsweg, Potsdam

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Hilfeplangespräche aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen

Hilfeplanprozesse in der Kinder- und Jugendhilfe laufen nicht immer unter ausreichender Beteiligung der Kinder und Jugendlichen ab. Der im Oktober 2018 gegründete Kinder- und Jugendhilfe Landesrat (KJLR) hat einen Entwurf zu Empfehlungen für Hilfeplangespräche für Jugendämter erstellt. Dabei hat der KJLR die Erfahrungen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt.
In diesem Workshop haben die Teilnehmer_innen die Möglichkeit, die Arbeit des KJLR näher kennenzulernen und gemeinsam mit den jungen Menschen in den Dialog zu den Empfehlungen zu gehen.

Vertreter_innen des Kinder-und Jugendhilfe Landesrat • Tanja Redlich, Fachstelle Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg, Potsdam

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Das Geheimnis unserer Widerstandskräfte – Stärkung berufsrelevanter und persönlicher Kompetenzen
Teil II eines zweiteiligen Workshopangebots

Wie können wir mit den Herausforderungen einer Tätigkeit in den Hilfen zur Erziehung oder im Jugendamt umgehen, gesund bleiben und optimistisch in die Zukunft blicken? Insbesondere in diesen Arbeitsfeldern sind genau diese Kraft, die innere Ruhe, Lösungs- und Stärkenorientierung sowie Optimismus tagtäglich gefragt.
Der Schlüssel dazu liegt in unserer psychischen Widerstandskraft, die unter den Stichworten Salutogenese und Resilienz zusammengefasst wird.
Resilienz kann als 'Immunsystem unserer Seele' verstanden werden und muss hin und wieder gestärkt werden. In dem Workshop soll den Fragen nachgegangen werden, was macht uns persönlich aus und was macht uns stark? Was hilft uns, auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf und Blick für das Wesentliche zu bewahren? Was trägt zu Glück, Lebenszufriedenheit und Erfüllung bei? Wie kann ich meine persönlichen Stärken und Ressourcen mobilisieren? Und wie helfen sie mir bei der Bewältigung der Anforderungen und dabei, gesund zu bleiben? Wie tragen Resilienzentwicklung und Stärkentraining zur Burnoutprävention bei?
Diesen Fragen sollen gemeinsam mit den Teilnehmenden bearbeitet werden. Dabei wechseln sich theoretische und praktisch orientierte Reflexionseinheiten und übungen ab.

Anke Blaschka, Fortbildungsreferentin im Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB), Berlin

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Lernen für die Praxis oder Lernen in der Praxis?
Zur doppelten Theorie-Praxis-Relationierung im dualen Studium

Die Arbeit im Jugendamt stellt Fachkräfte der sozialen Arbeit vor besondere Herausforderungen. Sie bewegen sich u.a. in Spannungsfeldern von Fordern und Fördern, Hilfe und Kontrolle und Nähe und Distanz. Im Rahmen des dualen Studiums in Kooperation mit den Berliner Jugendämtern werden Studierende herausgefordert, sich von Anfang an in diesen Spannungsfeldern zu verorten. Im Workshop werden die theoretischen Grundlagen des Studiengangs in einem Input vorgestellt und gemeinsam kritisch reflektiert. Im Anschluss soll dann diskutiert werden, welche Fähigkeiten und Kenntnisse Studierende aus der Hochschulbildung mit in die Praxis bringen sollten und welche Inhalte der praktischen Arbeit für die Lehre in der Hochschule fruchtbar gemacht werden können.

Max Haberstroh, Hochschule für angewandte Pädagogik, Berlin

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Virtuelle Fallkonferenz
Zur Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit in den Frühen Hilfen

Die virtuelle Fallkonferenz ist eine lebendige Methode der Fallreflexion. Mithilfe eines fiktiven Falles kommen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch. Dabei baut sich der Fall stückweise auf und wird durch gezielte Fragestellungen geleitet. Die virtuelle Fallkonferenz ist keine klassische Fallanalyse. Im Mittelpunkt steht hingegen die Auseinandersetzung mit Strukturen, Angeboten, Bedarfen und letztendlich die Zusammenarbeit vieler Akteur_innen vor Ort. Die virtuelle Fallkonferenz ist ein Reflexionsanstoß zu einer interdisziplinären Zusammenarbeit.

Jenny Troalic, Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Brandenburg • Bärbel Derksen, Familienzentrum an der Fachhochschule Potsdam • Jeanett Kleinert, Koordinatorin Netzwerke Frühe Hilfen im Landkreis Oder-Spree •  Alfons Kranich, Koordinator Netzwerke Frühe Hilfen im Landkreis Dahme-Spreewald

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»Wenn etwas funktioniert, mach mehr davon!« (Steve de Shazer)
Praxis der Tagesgruppenarbeit

Fachkräfte in Tagesgruppen sollen, gemeinsam mit dem Kind, den Eltern und der Familie adressat_innenorientiert, individualisiert, lebenslagen-, lebenswelt- und sozialraumorientiert jeden Tag die Hilfe neu ausgestalten.
Durch die Erhöhung der Kompetenzen der Fachkräfte und eine positive Grundhaltung gegenüber dem System Familie sind im Land Brandenburg Tagesgruppen als Lernorte für Kinder, Eltern und Familie entstanden, die das Angebot der Gruppe flexibel zu nutzen wissen.
In diesem Workshop sollen anhand praktischer Beispiele aus dem Tagesgruppenalltag Gelingensfaktoren und Stolpersteine dargestellt werden - Was geht noch? - Diskussion zur Tagesgruppenarbeit jetzt und in Zukunft.

Vertreter_innen der Regionalgruppen der Tagesgruppen des Landes Brandenburg •  Anke Noack, Marlène Melz, Diakonisches Werk Oderland-Spree e.V. • Sylvia Kopp, MBJS • Marita Sudikatus, Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Ostprignitz-Ruppin e.V.

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»Malik macht, was er will und ist respektlos zu Frauen!«
Interkulturelle Kompetenzen in der Erziehungshilfe

In der pädagogischen Arbeit mit zugewanderten Kindern, Jugendlichen und Eltern kommt es immer wieder zu interkulturellen überschneidungssituationen, die bei allen Beteiligten Verunsicherungen auslösen und eine Herausforderung darstellen können. Dabei entstehen bei den Fachkräften häufig Fragen wie z.B.: Wie gehe ich mit kulturell bedingten, unterschiedlichen Erziehungsvorstellungen um? Darf man mit Klienten kritisch über Religionspraktiken diskutieren? Ist das Ablehnen von Gastfreundlichkeit unhöflich oder beleidigend?
In dem Workshop sollen anhand einer Reflexionsübung und konkreter Fallbeispiele Handlungsoptionen zum Umgang mit »interkulturellen Irritationen« entwickelt und diskutiert werden.

Christin Tesch, Schulberaterin und Angela Fleischer, Regionalreferentin, RAA Brandenburg, Niederlassung Frankfurt (Oder)


Organisatorische Hinweise & Teilnahmebedingungen

Warteliste

Der 5. Brandenburgische Erziehungshilfetag ist ausgebucht. Gern können Sie sich, auf unserer Warteliste eintragen. Sofern Sie aufgrund von Absagen vorrücken, erhalten Sie eine Information von uns.

Die Anmeldung zur Teilnahme an dem Brandenburgischen Erziehungshilfetag erfolgt über das Anmeldeformular auf der Webseite. Sie erhalten nach Anmeldung eine Rechnung an die angegebene Rechnungsadresse geschickt. Nach Erhalt der Rechnung ist die Teilnahmegebühr bis spätestens zum 30.08.2019 auf das in der Rechnung angegebene Konto unter Angabe der Rechnungsnummer zu überweisen. Eine verbindliche Anmeldebestätigung und Workshopzuteilung erhalten Sie per E-Mail nach Zahlungseingang des Rechnungsbetrages.

Detaillierte Informationen zu Ihrer Veranstaltung erhalten Sie ausschließlich per E-Mail. Die Zuteilung zu den Workshops erfolgt chronologisch nach den Zahlungseingängen. Wegen begrenzter Kontingente können ggf. nicht alle Workshopwünsche Berücksichtigung finden. Bei einer Teilnehmeranzahl von weniger als 5 Teilnehmern an einem Workshop wird geprüft, ob der Workshop stattfindet oder ggf. ausfallen muss.

 

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Teilnahmegebühr

Normaler Preis – 30 € pro Person
Ermäßigter Preis – 15 € pro Person für Studenten/Auszubildende

In der Gebühr ist die Teilnahme am 5. Brandenburgischen Erziehungshilfetag inkl. der Versorgung vor Ort mit Getränken und einem Mittagsbuffet, sowie die Möglichkeit der Kinderbetreuung, enthalten. 

Rücktritt - Stornierung

Sollten Sie nicht an der Veranstaltung teilnehmen können, bitten wir um einen schriftlichen Rücktritt bzw. eine Absage per E-Mail. Ersatzpersonen können mit der schriftlichen Absage benannt werden.

Verpflegung vor Ort

Während des Erziehungshilfetages wird die Verpflegung vor Ort in Form von Tagungsgetränken, Kaffeepausen und eines Mittagsbuffets über das Bildungszentrum Erkner e.V. sichergestellt. Die Kosten sind mit der Teilnahmegebühr abgegolten. Beim Mittagsbuffet werden verschiedene Speisen vorgehalten. Eine Vorsorgung mit einem vegetarischen Gericht ist gegeben. Falls Sie bei Ihnen eine Lebensmittelunverträglichkeit besteht oder Sie ausschließlich eine vegane Ernährung wünschen, teilen Sie dies bitte im Anmeldeformular im Feld Anmerkungen mit. Wir werden uns diesbezüglich mit Ihnen in Verbindung setzen. 

Zimmerreservierung

Nicht enthalten in der Tagungsgebühr sind die Kosten für die Übernachtung. Diese buchen Sie bitte separat. In der Tagungsstätte »Bildungszentrum Erkner e.V.« ist ein preisgünstiges Kontingent für die Teilnehmer*innen des 5. Brandenburgischen Erziehungshilfetages reserviert.

Zimmerreservierungen über das Anmeldeformular des Brandenburgischen Erziehungshilfetages sind nicht möglich. Bitte nutzen Sie hierzu das Reservierungsformular des Bildungszentrums in Erkner.

Einzelzimmer inkl. Frühstück  77 € / Nacht

Datenschutz

Mit der Anmeldung erkennen die Teilnehmenden unsere Teilnahmebedingungen an. Die Bearbeitung der Anmeldedaten erfolgt gemäß § 20 Bundesdatenschutzgesetz. Die Teilnehmenden erklären sich damit einverstanden, dass der Name sowie die in der Anmeldung angegebene Anschrift in einer Teilnahmeliste aufgeführt sowie zur Durchführung der Veranstaltung verarbeitet werden. Zur Erleichterung der Organisation stimmen Sie bei der Anmeldung einer Veröffentlichung Ihres Namens in Bezug auf Workshoplisten vor Ort zu. Im Rahmen einer Fotodokumentation werden Bildaufnahmen von der Tagung und den Teilnehmenden erstellt. Der Aufnahme von Fotos und deren Veröffentlichung stimmen Sie mit der Entrichtung der Teilnahmegebühr ebenfalls zu. Ihre Daten werden ausschließlich zu Zwecken im Rahmen des 5. Brandenburgischen Erziehungshilfetages gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben. Sie haben jederzeit das Recht Auskunft zu den von mir gespeicherten Daten zu erhalten.